Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, geboren am 7.5. (russ. Kalender: 25.4.) 1840 in Wotkinsk am Ural, sprach von Kindesbeinen an nicht nur Russisch, sondern durch seine aus Frankreich gebürtige Mutter auch Französisch und über sein Schweizer Kindermädchen sogar Deutsch, jeweils perfekt in Wort und Schrift. Mit diesen internationalen Wurzeln war der Weg in den Westen vorgezeichnet: Zunächst wurde er in St. Petersburg zum Juristen ausgebildet, aber er belegte parallel schon Kurse am Konservatorium, um sich schließlich ganz der Musik beruflich zuzuwenden. Als zunächst recht erfolgloser Opernkomponist erschloss er sich, zugleich Dozent am Moskauer Konservatorium, auch andere Werkgattungen und entwickelte sich zum wohl bedeutendsten russischen Komponisten. Russland sieht mit Stolz auf seinen großen Sohn, der unsterbliche Werke wie z. B. das 1. Klavierkonzert op. 23 b- moll, die „Pathétique“ (6. Symphonie, op. 74 h- moll), die Oper „Eugen Onegin“ und besonders die drei weltberühmten Ballette „Schwanensee“, „Dornröschen“ und „Nussknacker“ schuf. Viele Reisen führten ihn durch ganz Europa und sogar nach New York. Tschaikowsky konnte mit atemberaubender Geschwindigkeit in höchster Perfektion komponieren, war aber psychisch sehr labil, von häufigen Nervenkrisen befallen und litt unter seiner streng verborgen gehaltenen Homosexualität. Eine Heirat führte nach rund vier Wochen zu einem Selbstmordversuch, und er sah seine Frau nie wieder.- Seine Verehrerin, die reiche Industriellenwitwe Nadeshda von Meck, gab ihm finanzielle Sicherheit, so dass er frei von materiellen Sorgen komponieren konnte. Er schrieb ihr unzählige Briefe, in denen er all seine Gedanken auch zu seinen Werken aussprach, aber er machte zur Bedingung, dass man sich nie persönlich begegne.

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Es liegt nahe, dass besonders Russland bzw. die Sowjetunion Tschaikowsky auf Briefmarken ehrte: 1940, zum 100. Geburtstag, erschienen gleich fünf Werte, darunter zwei Portraits nach bekannten Fotografien des früh gealterten Komponisten. Eine 1990 zum 150. Geburtstag verausgabte Marke knüpfte an diese Tradition an. Deutschland wählte 1993 zum 100. Todestag eine hübsche Variante mit einer charakteristischen Szene aus seinen Balletten, die ihn gerade auch in Deutschland so beliebt machten. Tschaikowsky starb am 6.11. (russ. Kalender: 25.10.) 1893 in St. Petersburg während einer Choleraepidemie, wobei sich das hartnäckige Gerücht hält, er habe aus Angst vor Entdeckung seiner „Veranlagung“ Selbstmord begangen. Er ruht auf dem Tichwiner Friedhof am Alexander-Newskij-Kloster in St. Petersburg.

Robert Schumann, mitunter der Romantischste der Romantiker genannt, wurde am 8.6.1810 im sächsischen Zwickau als Sohn eines Buchhändlers geboren. Eng und zeitlebens mit der Literatur verbunden erschloss er sich die Welt der Musik, wurde aber von der Familie zum Jurastudium verpflichtet und gab sich wenige Semester der – wie er sagte- „kalten Jurisprudenz“ und dem feucht- fröhlichen Studentenleben hin, bis er sich ganz der Musik und dem Klavierspiel widmete und in Leipzig Unterricht bei Friedrich Wieck nahm. Er wollte der Paganini des Klaviers werden, doch übertriebenes Üben mit einer Handmechanik versteifte einen Finger der rechten Hand, so dass an eine Pianistenlaufbahn nicht mehr zu denken war. Er komponierte anfänglich nur für das Klavier (op. 1-23), widmete sich dann auch Liedkompositionen, bevor er die großen Formen, vor allem der Symphonie anging. Nach einigen Affairen verliebte er sich in die ihm seit deren Kinderzeit vertraute Clara Wieck, sehr zum Missfallen ihres Vaters. 1840 erstritt sich das Paar gegen ihn vor Gericht den Ehekonsens. Schumann lebte mit Frau und Kindern fortan in Leipzig, Dresden und seit 1850 als Musikdirektor in Düsseldorf. Er schuf grandiose und weltberühmte Werke wie z. B. das Klavierkonzert a- moll op. 54, „Die Rheinische“ (3. Symphonie op. 97 Es- dur), aber auch das „Album für die Jugend“ oder die so schlichte „Träumerei“ aus den „Kinderszenen“.

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Schumann wurde, obwohl kein Kosmopolit, nicht nur auf deutschen Briefmarken geehrt: 1956, zum 100. Todestag verausgabte die Bundesrepublik eine Marke mit seiner Silhouette in Scherenschnittart, die DDR gleich zwei Werte mit einem stark retuschierten Portrait vor einem Notenhintergrund, der aber falsch war, da von Schubert stammend (peinlich!), so dass man  eine zweite Auflage mit berichtigtem Notenbild druckte. Die Sowjetunion verausgabte 1960 zum 150. Geburtstag das gleiche, aber an den Haaren etwas retuschierte Portrait, während der Vatikan 2010 zum 200. Geburtstag dem Protestanten (!) Schumann seine Reverenz erwies, diesmal mit der unveränderten Lithographie Kriehubers von 1839 mit dem etwas ungekämmten Künstlerhaar. Schumanns Ende war tragisch: Er litt an Halluzinationen, verursacht von einem Gehirnleiden. Nach einem Selbstmordversuch ließ er sich in eine Heilanstalt in Endenich bei Bonn einweisen, wo er am 29.7.1856 starb. Er ruht auf dem Alten Friedhof in Bonn. Sein Werk wurde von seiner Frau Clara, einer hervorragenden Pianistin, einem großen Publikum bekannt gemacht.

Sonntag, 18 August 2019 17:52

1970: Die nicht erfolgte Mondlandung

"Houston, wir haben ein Problem!". Dieser Funkspruch der Besatzung von Apollo 13 am 14.4.1970, der in Wahrheit "Houston, we 've had a problem" lautete, hat sogar Eingang in unseren Alltagsjargon gefunden, wenn ein Problem auftritt. Jedenfalls bedeutete der Grund dieses Funkspruchs das Ende aller Träume für eine erfolgreiche Mondmission von Apollo 13 und deren drei Astronauten James (Jim) Lovell, John Swigert und Fred Haise. Einer der beiden Sauerstofftanks des Mutterschiffs "Odyssey" war aufgrund eines Kurzschlusses explodiert, so dass Sauerstoff-, Strom- und Wasserversorgung der "Odyssey" zusammenbrachen. Wie dramatisch die Situation und wie kompliziert deren Lösung war, zeigt der bekannte 1995 gedrehte Film "Apollo 13" mit Tom Hanks in der Rolle des Kommandanten Jim Lovell eindrucksvoll auf.
Aber auch die Philatelie würdigte dieses Schreckensszenario und die Rettung der drei Astronauten, jedoch nicht die US- Post, dafür aber z. B. ein rumänischer Kleinbogen und ein aus vier Marken zu je 2,50 Forint bestehender ungarischer Block, den wir hier präsentieren, weil er die Etappen des Flugs zwischen Schadensereignis und glücklicher Landung sehr anschaulich zeigt:

1970 Apollo 13
Die erste Marke oben links zeigt das Mutterschiff "Odyssey" mit der zuvor aus dem Laderaum angekoppelten Mondfähre "Aquarius", die für die Astronauten zum "Rettungsboot" wurde, weil sie unbeschädigt geblieben war. Mit Geschick und viel Improvisation in Abstimmung mit dem Kontrollzentrum in Houston gelang es, eine notdürftige Grundversorgung der Astronauten zu gewährleisten, denn eine sofortige Umkehr zur Erde war nicht möglich, so dass eine Mondumrundung mit jeweils kurzen Brennphasen der Triebwerke erfolgen mußte. Die zweite Marke oben rechts zeigt die Situation kurz vor Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auf, als nach Abkoppeln der zerstörten Antriebseinheit nur noch Kommandokapsel und Mondfähre vorhanden sind, und die Astronauten kurz vor Abkoppelung der "Aquarius" wieder in die Kommandokapsel umstiegen. Bange Minuten folgten, denn es war ungewiss, ob Hitzeschild und das System der Bremsfallschirme unbeschädigt geblieben waren. Doch die beiden unteren Blockmarken zeigen das Happy End: Die Kapsel hängt an den entfalteten Fallschirmen, wobei sich diese immer erst in 2,5 km Höhe öffneten und nicht wie auf der Marke noch außerhalb der Erdatmosphäre. Auf der vierten Marke sieht man die Kapsel im Meer mit Schwimmring und Stabilisierungsballons, aber als zu hoher Kegelstumpf und ohne die Fallschirme im Wasser. Aber diese Darstellungsfehler beruhten wohl auf mangelnder Detailkenntnis des Markendesigners oder der allgemeinen weltweiten Euphorie über die glückliche Rückkehr. Jedenfalls wurde die gescheiterte Apollo 13- Mission weit berühmter als die erfolgreichen Flüge danach.

Freitag, 12 Juli 2019 15:30

1969: Die erste Mondlandung

Das "Abenteuer der Mondlandung" begann am 25.5.1961, als US- Präsident John F. Kennedy die legendären Worte sprach: "Ich glaube, dass dieses Land sich dem Ziel widmen sollte, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn wieder sicher zur Erde zurückzubringen." Dieses Ziel des "Man on the Moon" sollte in der Nacht vom 20./21.7.1969 (in Deutschland war es am 21.7. um 3.56 Uhr) seine Verwirklichung finden, als Neil Armstrong die Mondfähre verließ und zuerst seinen linken Fuß auf die Mondoberfläche mit den berühmten Worten setzte: "That's one small step for a man, one giant leap for mankind." Doch bis dahin waren es mühevolle Jahre, bis das Apollo- Raumfahrtprogramm der NASA nach Entwicklung der Saturn V - Rakete vornehmlich durch Wernher von Braun (1912 - 1977) und mehreren Testflügen ins All mit Apollo 11 diesen Menschheitstraum Wirklichkeit werden ließ.
Weltweit erschienen seinerzeit Sondermarken, auch später zu den Jubiläen, wobei es überrascht, dass die US- Post nur eine einzige Marke seinerzeit verausgabte, andere Länder, die an der Mission keinerlei Anteil hatten, aber ebenfalls mit einer Sondermarke das Ereignis feierten. Wir zeigen hier eine kleine Auswahl von vier Marken aus vier sehr unterschiedlichen Ländern:

1969 1-Mondlandung
Die Marke oben links stammt aus Belgien, das sogar zusätzlich einen ganzen Block verausgabte. Die Marke zeigt die dreiköpfige Besatzung von Apollo 11: links den Kommandanten Neil Armstrong, in der Mitte den Piloten des Mutterschiffs "Columbia" Michael Collins (der an Bord bleiben mußte und daher nicht auf dem Mond landete) und den Piloten der Mondfähre "Eagle" Edwin Aldrin (der zweite Mensch auf dem Mond) vor einem Mondbild mit Einzeichnung des Landeplatzes ("Meer der Ruhe") und UTC- Uhrzeitangabe von Armstrongs erstem Mondschritt. Ein ähnliches Motiv (oben rechts) wählte Venezuela in geänderter Reihenfolge der drei Helden, aber dafür sieht man vorne die Mondfähre und deren Besatzung bei der Arbeit, Gesteinsproben aufzusammeln und Messgeräte aufzustellen. Die linke Marke der unteren Reihe erschien in Polen 1979 zum 10jährigen Jubiläum und zeigt Neil Armstrong und die Mondfähre. Jeder Realität entbehrt jedoch das darüber zu sehende Mutterschiff mit Collins, das eher an eine horizontal fliegende Silvesterrakete erinnert, denn Collins flog in rund 100 km Höhe. Die Marke der US- Post unten rechts zu 10 Cent kommt der Realität am nächsten und zeigt Armstrong auf dem Mond stehend, während im Hintergrund die Erde als blauer Planet zu sehen ist, wie ihn die Astronauten von Apollo 8 an Weihnachten 1968 erstmals beim ersten Flug um den Mond herum erblickten und über Funk die passenden Worte fanden: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde..."

Italo Balbo (6.6.1896- 28.6.1940) gehörte zunächst zu den treuesten Gefolgsleuten Mussolinis: 1922 nahm er am sog. „Marsch auf Rom“ als einer der Anführer teil. Er organisierte als Ortsgruppenleiter die Verfolgung von Kommunisten und Sozialisten und gehörte zu den tragenden Pfeilern des faschistischen Regimes, bis er sich kurz vor Italiens Kriegseintritt offen gegen Mussolinis Pakt mit Hitler- Deutschland und die antijüdischen Gesetze der Faschisten wandte, bekanntlich vergebens. Doch zuvor machte er fleißig Karriere und wurde mit erst 33 Jahren 1929 italienischer Luftfahrtminister. Für 1930/31 plante er einen spektakulären Transatlantikflug unter seiner Leitung mit 14 Wasserflugzeugen (2 davon als Reserve) des Typs Savoia- Marchetti S.55 X, die am 17.12.1930 in der Bucht von Orbetello (ca. 150 km nordwestlich von Rom) abhoben. Über Zwischenetappen in Spanien und Marokko gelangten alle Maschinen im Flug entlang der westafrikanischen Küste bis nach Bolama im portugiesischen Guinea- Bissau. Doch beim Start am 5.1.1931 für den 3000 km langen Nonstop- Flug nach Natal in Brasilien verunglückten 2 Maschinen und 5 Besatzungsmitglieder starben. 2 weitere Maschinen mussten auf dem Atlantik notwassern, so dass nur 10 Flugzeuge nach über 10000 Flugkilometern am 15.1.1931 in Rio de Janeiro ankamen.- Die italienische Post hatte am 9.12.1930 im Vorfeld dieses Geschwaderflugs von Rom nach Rio eine Sonderflugpostmarke zu 7,70 Lire in mattblauer Farbe und in einer Auflage von lediglich 20000 Stück verausgabt, die unter der Aufschrift „Crociera Aerea Transatlantica“ mehrere Wasserflugzeuge des Geschwaders zeigte und auf nachstehendem Flugpostbrief Verwendung fand:

13 1931 Rom-Rio

Die Sondermarke ist zusammen mit einer Dauermarke zu 1,25 Lire blau, die König Viktor Emanuel III. gewidmet ist, mit dem Sondermaschinenstempel des Luftpostamtes in Rom vom 15.12.1930 entwertet. Links oben befindet sich der blaue Flugpostbestätigungsstempel „Primo Volo Transatlantico in Formazione di Stormo“. Der Umschlag ist „An Seine Exzellenz (A.S.E.= Alla Sua Eccellenza) den General Italo Balbo, Minister der italienischen Luftfahrt, Rio de Janeiro“ gerichtet, wo er gemäß dem rechten vertikalen Maschinenstempel am 22.1.1931 den Ankunftsstempel des dortigen Postamts erhielt. Das Besondere an diesem erkennbar zu Souvenirzwecken versandten Umschlag sind aber die auf ihm befindlichen 19 Unterschriften. Dem Verfasser ist es in stundenlanger Detailarbeit gelungen, jede Unterschrift mit den seinerzeitigen Besatzungslisten abzugleichen und sie namentlich zuzuordnen. Außer Giuseppe Valle haben von jeder der 10 angekommenen Maschinen Pilot und Copilot sich auf dem Umschlag verewigt, insbesondere auch der Geschwaderkommandant Italo Balbo (in rötlicher Schrift in der Mitte des rechten Briefdrittels) persönlich, was den Wert dieses ohnehin schon prachtvollen Sammlerstücks noch einmal deutlich erhöht.

 

Die Antwort auf die Frage, was das australische Sydney und das bayrische Lindau gemeinsam haben, lässt sich auf den ersten Blick mit einem „nichts“ geben. Der Kontrast zwischen beiden Orten könnte kaum größer sein, ob heute oder ob im Jahre 1886: Die Weltstadt und Hauptstadt des Bundesstaates New South Wales Sydney zählt heute rund 5 Mio. Einwohner (1886: ca. 300.000), Lindau gerade einmal 25.000 (1886: rund 10.000). Lindau liegt am nordöstlichen Ufer des Bodensees, Sydney -aus Sicht des „alten Europas“- am Ende der Welt, eben „down under“. Doch eint der „Inselgedanke“ wohl beide Städte, denn Lindaus berühmte Altstadt liegt auf einer Insel, nur durch einen Bahndamm und eine Straßenbrücke mit dem Seeufer verbunden, im „Schwäbischen Meer“. Australien, das einen Kontinent bildet, ist vom Indischen Ozean und vom Pazifik umgeben. Doch gab es zwischen beiden Städten im Jahre 1886 zumindest  e i n e  Verbindung, und zwar in Form des folgenden Briefs, der seinerzeit von Sydney nach Lindau befördert wurde:

34 1886 New South Wales

Der Umschlag (der einst eingelegte Brief ist nicht mehr vorhanden) ist mit 2 Exemplaren der 2 Pence blau, einer 6 P lila sowie einer 8 P gelb frankiert, die sämtlich Queen Victoria (24.5.1819- 22.1.1901; reg. seit 1837) zeigen und eine hübsche kontrastreiche Dreifarbenfrankatur darstellen. Die Marken sind mit 2 verschiedenen Stempeln entwertet, zum einen mit einem ovalförmigen Stempel „NSW“ (= New South Wales), zum anderen mit dem Ortsstempel „Sydney“ vom 26.10.1886, der seitlich links zusätzlich abgeschlagen ist. Unser Poststück ist an „Herrn Wilhelm Spaeth, Bayr. Hof, Lindau, Bodensee, Germany“ adressiert. Das Hotel „Bayerischer Hof“ existiert noch heute als „1. Haus am Platze“ und liegt auf der Altstadtinsel direkt am Bahnhof und am Seehafen mit Blick auf Lindaus Wahrzeichen „Löwe und Leuchtturm“, beide 1856 errichtet. Natürlich konnte der Brief von Sydney damals nur per Seepost nach Europa gelangen. Das konkrete Schiff hatte der Absender mit dem Vermerk „per SS. Orient“ vorgegeben (SS= Steamship). Über die „SS Orient“ wissen wir dank eines noch heute in einem Melbourner Museum ausgestellten Schiffsmodells gut Bescheid. Die „Orient“ wurde 1879 in Glasgow auf der Werft John Elder & Co. als Schraubendampfer mit zwei Schornsteinen und 4- Master mit Hilfsbesegelung für die Orient Steam Navigation Co. Ltd gebaut und besaß seit 1884 sogar elektrische Beleuchtung. Sie wurde auf der Route Southampton- Australien via Suez- Kanal und zurück eingesetzt. Diese Route nahm auch unser Brief, der gemäß rückseitigem Ankunftsstempel am 4.12.1886 in Lindau eintraf. Vielleicht hatte der Adressat als Hotelgast ein Zimmer mit Seeblick und sah beim Lesen des Briefs aus dem Fenster auf den Hafen. Möglicherweise gedachte er dabei auch des keine 6 Monate zuvor am 13.6. auf tragische Weise verstorbenen Königs, des „Märchenkönigs“ Ludwig II.

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