Sonntag, 15 Oktober 2017 10:51

1905: „Der alte Räuberhauptmann“

Montenegro, das „Land des Schwarzen Berges“, frühere Teilrepublik Jugoslawiens, zwischen Kroatien, Bosnien und Albanien gelegen, erfreut sich im Sommer vieler Badetouristen, aber auch zahlreicher Kreuzfahrtschiffe, die in der engen Bucht von Kotor/Cattaro ihren Passagieren den Eindruck eines norwegischen Fjords am Mittelmeer vermitteln können. Dass das seit 2006 endgültig unabhängige Land aber bereits bis 1918 selbstständig war, wissen nur die wenigsten. Es wurde seit 1860 von Fürst Nikola I. (07.10.1841 – 01.03.1921) aus der Herrscherfamilie Petrovic-Njegoš regiert, dem es 1878 gelang, sein Land von der nominellen Oberherrschaft des Osmanischen Reichs zu lösen und der über das kleine Land als absoluter, aber allseits beliebter volksnaher Fürst regierte. Weil er sich gerne in Landestracht kleidete und damit ein wenig an das Klischee-Bild eines Skipetaren erinnerte, wurde er von Kaiser Wilhelm II. wenig schmeichelhaft gerne als „Alter Räuberhauptmann“ betitelt. Er residierte in Cetinje, seiner kleinen Hauptstadt, die noch heute in einer Hochebene, von Bergen umschlossen ziemlich abseits gelegen nicht einfach zu erreichen ist, und daher mit wenig Verkehr und kurzen Wegen noch sehr beschaulich wirkt. Sein „Schloss“ gleicht eher einer Villa und ist heute das „König Nikola-Museum“ mit vielen Originalexponaten, darunter vielen Portraits der damaligen Monarchen Europas. Nikola und seine Frau Milena hatten 12 Kinder, darunter 9 Töchter: Zorka heiratete den späteren König Peter I. von Serbien, Jelena/Elena den späteren König Viktor Emanuel III. von Italien, und zwei Töchter heirateten russische Großfürsten. Montenegro verausgabte ab 1874 eigene Briefmarken, die fast alle Nikola I. in verschiedenen Altersstadien zeigen. 1905 musste Nikola Machtbefugnisse abgeben, als eine Verfassung und ein Landtag eingeführt wurden. Zu diesem Anlass wurde die Markenserie von 1902 mit dem Aufdruck „Constitution 1905“ versehen. Wir zeigen hier einen Brief mit 12 Marken dieser Aufdruckserie, gebildet aus fünf farblich verschiedenen Wertstufen:

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Die Marken sind als Paare viererblockartig aufgeklebt und jedes „Quartett“ zentral mit dem Zweikreisstempel von Cetinje, auch auf Französisch „Cettigne“ am 19.07.1905 abgestempelt. Der Brief ist in die Schweiz nach Bern gerichtet und kam dort gemäß rückseitigem Ankunftsstempel bereits am 23.07. (wohl via Kotor/Catarro per Schiff über die Adria und Triest, dann mit der Bahn bis Bern) an. Nikola wurde 1910 anlässlich seines 50. Thronjubiläums vom Fürsten zum König erhoben, verließ aber 1916 Montenegro, nachdem österreichische Truppen sein Land besetzt hatten. Er starb im französischen Exil. Sein Sarg wurde 1989 nach Cetinje überführt. Dort ruht er mit Königin Milena in einer kleinen Kapelle, rund 200 m von der einstigen Königsvilla gelegen.

Sonntag, 24 September 2017 20:03

2014: Udo Jürgens - „Ein Leben zum Kleben“

Der bekannte Entertainer, Komponist und Chansonnier Udo Jürgens (30.09.1934 - 21.12.2014) wurde anlässlich seines 80. Geburtstags von der Österreichischen Post 2014 mit einer Sondermarke geehrt. Dem Jubilar überreichte der schweizer Kabarettist Emil Steinberger in der ZDF-Gala zu „Udos 80.“ ein erstes Exemplar dieser Sondermarke mit den Worten: „Ein Leben zum Kleben.“ Udo Jürgens erblickte gerührt sein Konterfei. Die Marke zu 70 Cent zeigt ihn in typischer Pose hinter dem am Flügel montierten Mikrofon mit Blickkontakt zum Publikum. Wir zeigen hier das nachstehende Exemplar:

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Verwendet auf dem Umschlag einer eingelegten Weihnachtskarte aus Wien, abgestempelt am 10.12.2014, ist es leider durch unsachgemäßes Aufkleben durch den Absender links unten eingerissen und dadurch für den Philatelisten wertlos. Trotzdem legte der Verfasser den kompletten Umschlag in die sehr lesenswerte Roman-Autobiographie von Michaela Moritz „Der Mann mit dem Fagott“. Diese schildert die Geschichte der Familie von Udo Jürgens, der mit bürgerlichem Namen Udo Jürgen Bockelmann hieß, und den schwierigen Weg des jungen Künstlers bis zu den ersten großen Erfolgen, namentlich dem Gewinn des Grand Prix Eurovision de la Chanson 1966 mit „Merci, Chérie“, eingebettet in eine moderne Rahmenhandlung. In der gleichnamigen Verfilmung spielt David Rott geradezu kongenial den jungen Udo, dessen erste Künstlerjahre von zahlreichen Misserfolgen und Rückschlägen geprägt waren, denen aber - auch aufgrund erster Erfolge - sein unerschütterlicher Glaube an seine künstlerischen Ziele gegenüberstand. Udo Jürgens ging konsequent seinen Weg, eigene Kompositionen mit deutschen Liedtexten zu singen.

Nach dem Durchbruch 1966 folgte Hit auf Hit wie z.B. „Immer wieder geht die Sonne auf“, „Griechischer Wein“, „Ein ehrenwertes Haus“, „Aber bitte mit Sahne“, „Mit 66 Jahren“, „Buenos Dias Argentina“ oder der Evergreen „Ich war noch niemals in New York“. Zu erwähnen sind aber auch vielen Fans leider nicht so bekannte Lieder wie „Mein Bruder ist ein Maler“ oder „Es lebe das Laster“.

Kaum hatte der Verfasser die obige Marke erhalten, als er - nur wenige Tage später - am 21.12.2014 erfahren musste, dass der bis zum Schluss höchst rüstige und agile Udo Jürgens zwischen zwei Abschnitten seiner letzten Tournee „Mitten im Leben“ bei einem Spaziergang eine schwere Herzattacke erlitt und Stunden später verstarb, „mitten aus dem Leben“ gerissen. Die Musikwelt hat mit ihm einen großen Kunstschaffenden verloren, dessen wichtigste Werke unvergessen bleiben mögen. Er komponierte über 1000 Lieder. Über 100 Mio. Tonträger seiner Werke wurden schon zu seinen Lebzeiten verkauft.

Diese Gedenktafel weiht dem deutschen Meister das deutsche Volk“ steht auf einer 1926 von der Landesregierung des Burgenlandes gestifteten Tafel an dem Haus, in welchem Franz Liszt am 22.10.1811 in Raiding (ung.: Doborján) in der Nähe des Neusiedler Sees geboren wurde. Er hätte sich sicherlich gegen dieses „Deutschtum“ verwahrt, denn er fühlte sich zeitlebens als Ungar, Europäer und Kosmopolit, der meist Französisch sprach und korrespondierte, schon als Kind als musikalisches Wunder und zweiter Mozart gefeiert wurde, bester Schüler von Carl Czerny war und der nach einer Legende von Beethoven 1823 den sog. „Weihekuss“ empfing. Er wurde der wohl beste Pianist aller Zeiten und bewältigte auf seinen Konzerttourneen durch ganz Europa unzählige Auftritte als wohl erster Solokünstler. Charmeur, Frauenheld, Dandy, Star etc., aber auch spendabel und hilfsbereit: Er lebte (fast) alles aus, bis er 1847 seine Konzertauftritte plötzlich einstellte und –wie er sagte- „sein Dasein als Possenreißer und Salonamuseur aufgab.“ Seit 1848 lebte er als Hofkapellmeister in Weimar, war vornehmlich Dirigent und fand endlich Zeit, seine bisherigen Kompositionen zu überarbeiten und unzählige neue Werke, meist für das Klavier und überwiegend (fast) nur für ihn spielbar, zu komponieren. Liszts Werke gelten fast alle als „sehr schwer“. Das umfangreiche Klavierwerk füllt mit allen Varianten in der Einspielung Leslie Howards 98 CDs. Dazu gehören z.B. die beiden Klavierkonzerte Es-dur und A-dur oder die Ungarischen Rhapsodien. Besonders populär wurde der „Liebestraum“ Nr.3 in As-dur. Bei Liszt gibt es übrigens keine Opuszahlen. – 1865 folgte der nächste abrupte Wechsel in Liszts Leben: Er empfing in Rom die niederen Weihen und lebte fortan als Abbé und kleidete sich in schwarzer Soutane. Er pendelte zwischen Weimar, Rom und Budapest. Sein langes Haar wurde weiß (und gab übrigens später dem „Liszt- Äffchen“ seinen Namen).

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Eine so schillernde Persönlichkeit wurde auf Briefmarken immer wieder und gerne gewürdigt: Die DDR verausgabte 1961 zum 15o. Geburtstag mehrere Werte. Österreich zeigte ihn zum 175. Geburtstag als jungen „Salonlöwen“ mit dem Geburtshaus und 2011 zum 200. Geburtstag auf einem Stich im Alter von etwa 50 Jahren. Deutschland ehrte ihn 1986 zum 175. Geburtstag bzw. zum 100. Todestag mit einem markanten Altersbild und 2011 zum 200. Geburtstag wieder als jungen Künstler. Liszt hätte dieser „Rummel“ in seinen jungen Jahren sicherlich gefallen. Im Alter wurde er aber immer bescheidener. Liszt, dessen Tochter Cosima (geb. 1837) in zweiter Ehe Richard Wagner geheiratet hatte, starb am 31.7.1886 in Bayreuth am Rande der dortigen Festspiele an einer Lungenentzündung und ruht auf dem Bayreuther Friedhof. Eine im Krieg zerstörte und 1978/79 wieder aufgebaute Grabkapelle trägt die Inschrift: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Als Frédéric Chopin am 17.10.1849 in Paris verstarb, gab es in seinem Geburts- und Heimatland Polen (damals zu Russland gehörend) noch keine Briefmarken, allerdings in seiner französischen Wahlheimat, hatte doch die junge französische Republik zum 1.1.1849 ihre ersten Briefmarken verausgabt. Diese Marken, ebenso z. B. solche aus Großbritannien dürfte Chopin zwar gekannt haben. Es ist aber kein Poststück von seiner Hand mit Briefmarken bekannt. Chopin wurde am 1.3.1810 (nicht am 22.2., wie häufig zu lesen) in Zelazowa Wola bei Warschau geboren und verbrachte rund die Hälfte seines Lebens in seinem geliebten Polen, bevor er über Wien Ende 1831 nach Paris gelangte und dort bis zu seinem Tod lebte. Als Pianist bei seinen recht seltenen Auftritten gefeiert, als teuer bezahlter Klavierlehrer der Töchter und Söhne des Adels und reicher Kaufleute begehrt, errang er mit seinen Kompositionen schon zu Lebzeiten höchste Verehrung. Neben den häufig aufgeführten beiden Klavierkonzerten op. 11 e-moll und op. 21 f-moll sind besonders der Walzer op. 64, Nr. 1 Des-dur (“Minutenwalzer“), die Etüde op. 10, Nr. 12 c-moll (“Revolutionsetüde“) und das Prélude op. 28, Nr. 15 Des-dur (“Regentropfenprélude“) populär geworden, wenngleich man z.B. in den jeweils vier Scherzi und Balladen und überhaupt beim sog. „philosophischen Chopin“ des Spätwerks wohl noch ergreifenderen Inhalt zu erkennen vermag. Obwohl oder gerade weil Chopin fast ausschließlich für das Klavier komponierte und dabei einen zeitlosen unverwechselbaren Stil schuf, gehört er heute zu den „ganz Großen“ der klassischen Musik. Briefe von seiner Hand oder gar Notenmanuskripte erzielen immer höhere, fast unbezahlbare Preise. Es versteht sich von selbst, dass auch die Philatelie ihn immer wieder würdigte, wie die vier folgenden Marken beispielhaft zeigen:

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Bereits 1927, anlässlich des 1. Chopin- Wettbewerbs in Warschau, der seit 1955 alle fünf Jahre stattfindet, erschien die erste Briefmarke mit seinem Bild, natürlich in Polen verausgabt. In Frankreich musste Chopin bis 1956 warten, bis ein Wert mit seinem Bild in einer Serie „Berühmte Ausländer“ (!!!) erschien, eine grobe Fehleinordnung, sieht sich doch Frankreich im Wettbewerb mit Polen auch als Mutterland Chopins, dessen Vater einst aus Frankreich nach Polen ausgewandert war. Aber schon 1999, zum 150. Todestag, hatte ihn die französische Post „integriert“ und zeigte ihn mit einer bekannten Bleistiftzeichnung von George Sand. Polen hatte ihn 1960 zum 150. Geburtstag mit einem Wert zu 2,5 Zl. geehrt, der das berühmte Portrait zeigt, welches der Maler und Chopins aufrichtiger Freund und Bewunderer Eugène Delacroix geschaffen hatte und das heute im Pariser Louvre hängt. Delacroix schrieb drei Tage nach Chopins Tod in sein Tagebuch: „Ich habe nach dem Mittagessen den Tod des armen Chopin erfahren…Welch ein Verlust! Wie viele elende Lumpen füllen die Straßen, während diese schöne Seele für immer verlöschen muss!“ (Übersetzung aus dem Französischen). – Chopin ruht in Paris auf dem Friedhof Père Lachaise. Seine Schwester überführte aber sein Herz in die Heiligkreuz-Kirche von Warschau.

Montag, 12 Juni 2017 10:32

USA 1866: Lincolns erste Briefmarke

Abraham Lincoln (12. II. 1809 – 15.IV. 1865) gilt neben George Washington wohl als bedeutendster Präsident der USA und genießt als Ikone der amerikanischen Geschichte noch heute die Verehrung einer ganzen Nation. Als Sohn eines Holzfällers in einer Blockhütte geboren lernte er mühevoll Lesen und Schreiben, um schließlich nach wechselnden Berufen lange Jahre als Anwalt in Springfield, Illinois und parallel dazu in der Politik tätig zu sein. 1860 gewann er überraschend und äußerst knapp die Präsidentschaftswahl und wurde so 16. Präsident der USA. Seine gesamte Präsidentschaft (1861 – 1865) wurde vom Bürgerkrieg und der diesem zugrundeliegenden Sklavereifrage überschattet. Lincoln, als „Kriegspräsident“ damals umstritten, verteidigte die Union mit aller Kraft und schaffte auch die Sklaverei ab. Kurz nach Beginn seiner 2. Amtszeit wurde er am 14.04.1865 von John Wilkes Booth, einem fanatischen Südstaatler, im Ford´s Theatre in Washington niedergeschossen und starb am folgenden Morgen. - Nur ein gutes Jahr später erschien im Juni 1866 die erste Briefmarke der USA mit seinem Portrait, die auf nachstehenden Briefumschlag zusammen mit einer 3 Cents-Marke mit dem Bild Washingtons geklebt wurde:

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Es ist ein hier stark abgestempelter Wert zu 15 Cents, wohl bewusst in schwarzer Farbe gehalten, mit einem allerdings sehr geschönten Lincoln-Bild. Gott hatte „Honest Abe“ zwar einen begnadeten Geist und Liebenswürdigkeit, aber keine Schönheit geschenkt. Auf einer Wanderung als junger Mann begegnete er einer Frau, die ihm ins Gesicht sagte, noch nie einen so hässlichen Mann gesehen zu haben. Lincoln, bekannt für seine Vorliebe für Witze und Anekdoten, antwortete: „Sie haben Recht, Ma´am. Ich habe auch noch niemand Hässlicheren getroffen!“ Unser Brief, abgestempelt in New York am 11.12.1867, oben verkürzt und mit mehreren Transitstempeln und Taxvermerken versehen, ist in die Schweiz nach Zürich gerichtet, wo er gemäß rückseitigem Ankunftstempel am 25.12.1867 eintraf. Lincoln war selbst nie in Europa. Aber noch wenige Stunden vor seiner Ermordung sprach er mit seiner Frau Mary, nach dem Ende seiner Amtszeit Europa bereisen zu wollen. Vielleicht wäre auch die Schweiz ein Etappenziel gewesen. - Booth erwies der Sache des Südens mit seiner Mordtat übrigens einen Bärendienst: Denn statt Lincolns geplanter Versöhnung („…With malice toward none; with charity for all…“; so Lincoln in der Inaugurationsrede bei seiner 2. Vereidigung) erfuhr der Süden eine überaus harte Behandlung durch die siegreichen Nordstaaten.

Sonntag, 07 Mai 2017 09:18

USA 1847: Washingtons ernste Miene

George Washington (22. II. 1732 – 14. XII. 1799) war Namenspate für die Hauptstadt der USA sowie einen Bundesstaat und unzählige andere Institutionen, was seinen Stellenwert in der amerikanischen Geschichte als 1. Präsident der USA eindrucksvoll aufzeigt. Der Sohn eines Plantagenbesitzers in Virginia war zunächst Landvermesser und Kartograph, bevor er den Familienbesitz von Mount Vernon übernahm und an verschiedenen militärischen und diplomatischen Missionen teilnahm. Im Krieg mit Frankreich zeigte er Mut und Geschick. Im Unabhängigkeitskrieg ab 1775 übernahm er erfolgreich das Kommando über die Kontinentalarmee bis zur endgültigen Unabhängigkeit der USA 1783. 1789 wurde er zum ersten Präsidenten gewählt und übte das Amt bis 1797 in zwei Amtszeiten aus, verzichtete auf eine Wiederwahl und begründete damit die Tradition, keine 3. Amtszeit anzustreben (einzige Ausnahme: F. D. Roosevelt 1933 – 1945).

Schon auf Postmeistermarken ab 1842 war Washington abgebildet. Die beiden am 1.7.1847 verausgabten Freimarken der Unions-Post zeigten auf dem Wert zu 5-Cents Benjamin Franklin, Washington hingegen auf demjenigen zu 10 Cents. Mit dieser grauschwarzen Washington-Marke ist die nachstehende Faltbriefhülle aus New York frankiert:

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Die farbfrische Marke ist allseits breitrandig geschnitten, weist am rechten Rand mittig eine winzige Randkerbe auf, die aber nur bis zur Randlinie reicht (unbedeutender Bagatellmangel), und ist in wundervollem Farbkontrast mit einem roten Gitterstempel zart abgestempelt, kurzum sehr gut erhalten. Klar erkennbar ist der daneben abgeschlagene rote Kreisstempel von New York vom 9. Oktober (aus dem Jahre 1847, wie ein handschriftlicher Absenderhinweis im Innenteil der Briefhülle zeigt). Der Brief ist an einen Empfänger in Elyria, Ohio gerichtet. Leider fehlt ein Ankunftsstempel.

Washington schaut uns ernst mit zusammengepressten Lippen an. Die Menschen blickten damals zwar immer ernst auf Portraits drein, da das als würdevoll galt. Bei Washington kamen aber seine äußerst schlechten Zähne als Grund hinzu: Er trug ein künstliches Gebiss aus Walbein (manche Quellen sprechen auch von Holz) und Draht. Das Tragen muss sehr schmerzhaft gewesen sein, sodass verständlich ist, dass Washington auf den überlieferten Portraits nie lächelt.

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